#5: Der Konzern "Ehre sei Gott"

Radiowellen transportieren in Amplituden und Frequenzen viele Informationen über weite Strecken. Ob es kurz nach ihrer Entdeckung für Dienstleister und Militär Nachrichten waren oder ob es heutzutage vielmehr für Radiosender Musik oder eben die Diskussion einer Expertenrunde an einem schönen Samstagmorgen in Togo ist, so kommt Unterschiedliches an den Empfangsgeräten an. Seitdem diese Woche zeitweise die Frequenz geändert wurde und das Radio Vatikan Abteilung „Frankreich und Afrika“ das togolesische Radio Évangelique abgelöst hat ist bei mir vor allem eines angekommen: die christliche Religion zieht sich durch den gesamten Alltag eines großen Teiles Kpalimés. Oder dreht sich der Alltag eher um die Religion? Ich bin mir nicht sicher.

Read More 0 Comments

#4: Das Radiogerät eines schönen Samstagvormittags in Togo

In das Wochenende wird zuhause in Deutschland traditionell mit einem Verbot gestartet. Der Samstagvormittag ist bei uns eine der wenigen Sperrzeiten für jegliches Radiogerät. Ob beim wöchentlichen Großeinkauf im Auto, beim Aufräumen im Zimmer oder am Frühstückstisch. Sobald soeben die möglichen Gründe für das Verkommen der Kapländischen Zimmerlinde von Frau Müller erörtert wurden und ich eigentlich noch wissen will wie oft Herr Krüger nun sein Bromeliengewächse gießen soll, damit aus den zarten Blüten noch eine prächtige Pflanze erwachsen wird – Samstagvormittag bedeutet nämlich Experten*innenrunde von zehn bis eins bei unserem Stammsender – bekomme ich auch schon den Befehl mütterlicherseits sofort jene schlauen Stimmen verstummen zu lassen. Wenn es nur nach meiner Mutter gehen würde, würde auch der Nachmittag unter dieses ungeschriebene Gesetz fallen. Denn dann ist Bundesligakonferenz.

Read More 0 Comments

#3: Irgendwo unter Millionen: Lomé, Hauptstadt Togos

Alle Köpfe wackeln hin und her, ausklappbare Sitze werfen ihre Nutzer_innen in die Luft, Palmenblätter streifen nicht aufmerksamen Personen durchs Gesicht. Der Busfahrer nutzt eine der wenigen Verkehrslücken, beschleunigt und fädelt sich in den Verkehr ein.

Read More 0 Comments

#2: Togo-togo

Das „Togo-togo“ beim Anstoßen stammt von einem chinareisenden Togolesen. Zu Gast bei einem Chinesen übergab dieser dem Reisenden ein Getränk mit den Worten „Quin-Quin“ (gesprochen „Tschin-tschin“, welche als Einladung zum Trinken übersetzt werden können. Dieser verstand jedoch „Chine-Chine“ also „China-China“ auf Französisch und entgegnete folglich „Togo-togo“.

0 Comments

#1: Ankommen

Es ist Samstagmorgen und schon macht ein Glas Sodabi die Runde. Jede_r Freiwillige ruft ein „Togo-togo“, setzt das Glas an, nippt oder nimmt gar einen ganzen Schluck dieses glasklaren Getränks, füllt das Glas wieder auf und reicht es weiter. Gesichter verziehen sich: Sodabi - auch Togogin genannt - ist ein aus Palmenwein destillierter Schnaps und nein, Sodabi ersetzt nicht den morgendlichen Tee oder Kaffee. Togogin wird zu bestimmten Anlässen getrunken und dieser ist ein ganz Besonderer. Der Gin stammt aus dem hauseigenen Garten des Astovot-Präsidenten, welcher ihn auch an diesem Morgen mitgebracht hat.


Read More 3 Comments